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meinung
Ansichten von Tom Wildzeiss.
Tom glaubt, dass...
- es keinen allmächtigen Gott gibt
- es kein Leben vor der Befruchtung oder nach dem Tod gibt
- Religion im allgemeinen kollektiver Massenwahn ist (dennoch verachte ich Religionen nicht, mich interessieren deren Botschaften trotz Allem)
- das Universum unendlich groß ist
- es außerirdisches Leben gibt (wenn auch nicht unbedingt in Form von kleinen, grünen Männchen)
- jeder Mensch käuflich ist - es ist nur eine Frage des Preises
- nichts als sicher bzw. gegeben angenommen werden kann
- nichts ewig andauert und der Begriff Ewigkeit somit nur eine Floskel ist
- Menschen naturgemäß zwar polygam veranlagt sind, sie jedoch trotzdem treu sein können
- alles durch Chemie oder Biologie erklärt werden kann
- das Gehirn von Frauen und Männern unterschiedlich ist (nicht als Angriff gemeint)
Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Das sind Fragen, die sich wohl schon jeder Mensch einmal gestellt hat. Das Erstaunliche daran ist aber, dass nur wenige Menschen wagen den nächsten Schritt zu tun und das vorgekaute Weltbild der Theologie in Frage zu stellen. Glaubt man der Statistik[de], so sind über 50% der Europäer Atheisten oder Agnostiker.
Hier geht es aber nicht um Europa. Hier geht es, wie bereits gesagt, nur um mich. Mein Ego eben. Hier also meine Thesen. Manche der folgenden Worte sind bewusst provokativ gewählt, denn ich möchte sie, lieber Leser - ach nein, bei derlei Dingen will ich mich mit dir auf das Du-Wort einigen - also, ich möchte dich zu einer Diskussion einladen. Wie denkst du darüber?
Religion
Mich muss man wohl zu den Atheisten zählen - sprich: ich glaube nicht an einen allmächtigen Gott. Aus Gründen der Wahrscheinlichkeit gibt es vermutlich aber höher entwickeltere Wesen als uns, und vielleicht sind wir tatsächlich von einem solchen erschaffen worden, aber ich glaube dennoch nicht an eine allmächtige Entität. Wenn der liebe Gott wirklich lieb wäre, dann würde er nicht soviel Leid über uns ergehen lassen; auch nicht als Prüfung. Ich meine damit nichteinmal die vielen Dinge, für die der Mensch selbst verantwortlich ist - es gibt da auch noch Naturkatastrophen und Krankheiten, deren Sinn nicht unbedingt zu sehen ist. Oder mit anderen Worten ausgedrückt: es mag Wesen geben, die mächtiger sind als wir Menschen, aber wir sind niemanden Rechenschaft schuldig, außer unserem Gewissen.
prenatale und postmortale Existenz
Ich kann mir weder ein Leben vor der Befruchtung vorstellen, noch ein Leben nach dem Tod. Wohin dann meiner Meinung nach die Seele geht? Das ist eine Frage der Definition: mit dem Begriff Seele verbinde ich die Gedanken, Lebenseinstellungen und Erinnerungen eines Menschen. Aber all dies sind letztendlich nichts weiter als Gedanken im Gehirn. Eine Mischung aus Biochemie und Elektrizität, chemisch erklärbar und letztendlich alles eine Frage von Quantenmechanik. Nach dem Tod werden wir aufgelöst, werden von unserer Umgebung assimiliert und sind danach mit dem Universum verschmolzen - aber von den Gedanken ist da längst nichts mehr übrig. Zweifelsfrei werden jetzt einige Stimmen laut werden, die eine Geschichte von Nahtoderlebnissen zu erzählen wissen. Dazu aber zwei Entgegnungen. Viele wundersame Geschichten sind wohl nur in der Fantasie der Erzähler entstanden - vielleicht Einbildung oder Schrei nach Aufmerksamkeit. Und die andere mögliche Erklärung wird in dem Film Flatliners wunderbar dargestellt: unser Gehirn hat einen Schutzmechanismus, welcher uns den schrecklichen Augenblick des Todes versüßen soll. Eine Drüse setzt eine halluzinogene, drogenähnliche Substanz frei, und schon fliegen wir über Blumenwiesen oder gehen auf ein schönes, helles Licht zu. Dies sind also Dinge, die ein beinah Verstorbener erzählen kann, aber das ist noch lange kein Beweis für ein Leben nach dem Tod.
Schicksal
Unser Leben ist bis ins kleinste Detail vorherbestimmt und wir haben keinen freien Willen. Ich spreche hier aber nicht von dem berühmten, esoterischen Kismet. Aber ich bin Anhänger der
Chaostheorie: wenn jemand den Aufenthaltsort, Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung jedes einzelnen Teilchens im Universum kennt, dann kann er die Zukunft exakt vorausberechnen. Jeder Gedanke ist ja letztendlich nichts weiter als ein elektrochemischer Vorgang, bei dem mehrere Teilchen miteinander interagieren. Aber da es hier keinen Zufall gibt, sondern die Bahnen der Teilchen ja feststehen, stehen auch die Gedanken aller Menschen fest. Vielleicht
glaubst du, dass du einen freien Willen hättest - aber du
hast ihn nicht. Du denkst einen bestimmten Gedanken nur deshalb, weil sich in deinem Gehirn aufgrund einer Teilchenbewegung gerade ein paar elektrische Ladungen gelöst haben. Aber dass das passieren würde, stand schon vor Jahrmillionen fest - schon lange, bevor es dich als Individuum gegeben hat. Der Grund, warum ich das glaube, beruht auf einer zweiten Theorie: der Urknalltheorie. Seit der Entstehung von Materie dehnt sich das Universum unaufhaltsam aus - wie bei einer Explosion (obwohl Urknall nichts mit einer physikalischen Explosion im herkömmlichen Sinne zu tun hat). Die Teilchen sind seither die gleichen geblieben. Und die Bahnen der Teilchen stehen eben seit dem Urknall fest, unser kleiner menschlicher Verstand ist nur einfach nicht in der Lage sie alle zu zählen und vorauszuberechnen. Aber letztendlich sehe ich das Leben als nichts anderes als einen gewaltigen
3D-Film an (die vierte Dimension - Zeit - außer Acht gelassen), und ich bin mittendrin.
Sinn des Lebens
Ich erachte das Leben als sinnlos. Im Bewusstsein dessen, welche Kontroversen dieser Satz auslösen kann, möchte ich einmal etwas weiter ausholen. Sinn ist immer subjektiv. Etwas macht nur von einem persönlichen Standpunkt aus Sinn, während der Sinn von wo anders aus betrachtet verloren geht. Das Leben macht für uns Menschen Sinn, weil wir naturgemäß daran hängen. Wenn wir eine Ebene weiter nach oben gehen, dann lässt sich feststellen, dass das Leben für alle Lebewesen Sinn macht. Die nächste Ebene aber führt uns dann zu toter Materie. Spätestens für diese hat das Leben keinen Sinn, weil hier kein Nutzen mehr vorliegt. Mit anderen Worten: das Leben macht nur für diejenigen Sinn, die hierarchisch unter dem Leben stehen. Allen Entitäten, die über dem Leben stehen, gegenüber ist Leben hingegen sinnlos. Alles im Universum macht nur für Dinge oder Wesen Sinn, die auf einer niedrigeren Ebene stehen.Von der höchsten Ebene aus betrachtet ist das Leben also de facto sinnlos, weil die höchste Entität nur noch sich selbst dient.
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Letzte Änderung dieser Seite: Österreich 02.05.2009 22:35:31 / GMT 02.05.2009 20:35:31
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