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jeder mensch ist egoist

Ist die Menschheit trotz ihrer Intelligenz instinktgesteuert?
 

Egoismus ist nicht nur weit verbreitet, vielmehr ist er das einzige Werkzeug, das uns wirklich am Leben erhält. Jede Handlung eines Menschen - und wirklich ausnahmslos jede - entspringt reinstem Egoismus. So gesehen ist jeder Mensch ein Egoist. Selbst Mutter Theresa.

Höre ich hier Gegenstimmen? Sie, lieber Leser, sind kein durchdrungener Egoist? Oder zumindest kennen sie jemanden, der kein Egoist ist? Nehmen sie es mir bitte nicht übel, aber ich werfe ihnen hiermit Ahnungslosigkeit an den Kopf. Ich werde versuchen ihnen meine Sichtweise zu erklären. Fangen wir einmal damit an, wo alles beginnt. Genaugenommen ist der Mensch nichts anderes als ein komplex entwickeltes Säugetier. In seinem tiefsten Innersten aber ist der Mensch nach wie vor abhängig von seinen von der Natur programmierten Instinkten, seinem Verstand oder seinem Lebenswillen - wie auch immer wir es nennen wollen.

Instinkt
Instinkt ist im übertragenen Sinne eine Art angeborenes Wissen, ein vorprogrammiertes Verhaltensmuster, das unser Überleben sichert. "Iss nichts, was übel riecht." Faulige Eier, zum Beispiel. Der Nutzen dieses schlechten Gefühls ist ganz einfach: nichts zu uns zu nehmen, was giftig wirkt. Duft ist aber - genauso wie Geschmack - relativ. Unsere natürliche Programmierung schreibt uns vor, dass faule Eier übel riechen. Mit anderer Programmierung würden faule Eier auf uns vielleicht wie Rosen wirken. Könnte man faule Eier zu unseren Nahrungsmitteloptionen zählen, dann hätte die Natur zweifelsfrei vorgesorgt und faule Eier würden wohlriechend sein.
Gleichzeitig müssen wir aber auch zugeben: wir können uns unserer Programmierung nicht entziehen. Einen üblen Duft können wir nicht einfach schöndenken. Er wird immer übel bleiben.

Mit einiger Überwindung können wir uns aber über unsere Instinkte hinwegsetzen. Wir könnten trotz eines schlechten Gefühls etwas vorsätzlich tun, von dem wir ahnen, dass es einen schlechten Ausgang für uns haben wird.

Egoismus
Egoismus dient dazu unseren eigenen Vorteil hervorzuheben. Im Leben durchlaufen wir unzählige Entscheidungsprozesse. "Ist es gut für mich, wenn ich diese faulen Eier esse?" Wenn ihr Verstand nicht beeinträchtigt ist, dann werden sie die Frage mit nein beantworten. Sie haben das getan, was gut für sie ist. Wir werden uns immer für jene Möglichkeit entscheiden, von der wir annehmen, dass sie für uns die beste ist. Kein Mensch wird absichtlich etwas tun, was schlecht für ihn ist.

Nun höre ich sie fragen: und was ist schlecht daran? Außerdem: das sind Dinge, die nur mich alleine betreffen. In Interaktion mit anderen Menschen kann ich meine eigenen Wünsche zurückhalten und Kompromisse eingehen. Aber nein, lieber Leser, wir sind nun an dem Punkt angekommen, an dem sie völlig falsch liegen. Sie glauben lediglich, dass sie ihre Wünsche zurückhalten können. In Wirklichkeit handeln sie zwanghaft.

Illusion
Der Mensch prägt sich in seiner Entwicklung nur zu einem sehr kleinen Teil selbst. Den größeren Teil übernimmt die Gesellschaft. Das beginnt schon früh bei der Erziehung durch die Eltern und setzt sich fort in der stetigen Meinungsbildung während der Gespräche mit anderen Menschen - Tag für Tag. Die Gesellschaft lehrt sie jedoch auch, dass ihren Handlungen unweigerlich Konsequenzen folgen. Und viele Dinge machen oder unterlassen sie nur deswegen, weil sie den Konsequenzen ausweichen möchten, und nicht deswegen, weil sie wirklich so handeln wollen.

Ein Beispiel: denken sie kurz darüber nach einen Menschen zu ermorden, der ihnen im Weg steht. Da dies eine sichere Methode wäre ihr Problem ein für alle Mal zu lösen, warum tun sie es also nicht? Erstens, weil es verboten ist. Würde die Gesellschaft von dem Mord erfahren (damit müssen sie rechnen), dann würde man sie vor ein Gericht stellen und einsperren. Sie würden daher ihr gewohntes Leben aufgeben müssen und vermutlich auch einen Großteil ihrer Freunde verlieren. Das wäre sicherlich schlecht für sie. Betonung auf sie. Zweitens wäre da noch das Mitleid. Auch wenn ihnen dieser Mensch Schwierigkeiten bereitet, so hat er es nicht verdient zu sterben. Bevor wir den Gedanken aber zu Ende denken, ein kleiner Einschub:

Mitleid
Wie der Name des Wortes eigentlich schon verheißen lässt, stammt der Begriff von dem Verb mitleiden ab. Mitleid ist keinesfalls eine selbstlose Gefühlsregung. Instinktiv projiziert der Mensch seine Beobachtungen auf sich selbst: "was, wenn mir das passiert wäre?" Der Mensch stellt sich also automatisch vor, wie es dem Pechvogel, von dessen Schicksal er gerade Kenntnis nimmt, wohl gehen müsse. Diese Schmerzen, diese Seelenqual und diese Verzweiflung. Damit der Mensch aber überhaupt etwas fühlen kann, braucht er zuvor eine Vergleichsmöglichkeit. Und Gefühle kann man zwangsläufig nur mit seinem eigenen Befinden vergleichen. Die Schmerzen eines anderen Körpers tun einem selbst nicht weh. Aber der Gedanke daran löst tiefe Empfindungen aus.

Letztendlich - wenn sie kurz in sich sehen - entsteht dieses Mitleid gegenüber dem Anderen nur aus ihrer ureigenen Angst, dass ihnen das Gleiche widerfahren könnte. Und wenn es ihnen widerfahren würde, dann wäre das schlecht für sie. Also lassen wir es besser, über diesen Mord zu sinnieren. Dann, wenn niemand daran denkt, einen anderen Menschen wegen eines Kaugummis um die Ecke zu bringen, dann sehen ihre Überlebenschancen deutlich besser aus.

Wiederholen wir das Gedankenspiel mit neuen Parametern: es gibt keine Gesellschaft. Stellen sie sich vor, sie wären einer von zwei Menschen auf einer einsamen Insel. Niemand hat ihnen jemals moralische Werte von Gut und Böse gelernt. Wenn sie den Anderen ermorden, haben sie auch keine Konsequenzen zu erwarten, da sie dann der einzige Mensch auf der Insel wären. Außerdem: mit fehlender Moral hätten sie nichteinmal ein schlechtes Gewissen nach dem Mord. Und nun stellen sie sich vor, dass dieser lästige Kerl sie mit Kieselsteinchen bewirft und keine Anstalten macht damit aufzuhören...

Und damit kehren wir zur Einleitung zurück. Auch Mutter Theresa hat ausschließlich egoistisch gehandelt. Zwar hat sie viele Entbehrungen auf sich genommen, aber letztendlich hat sie aus dem Gedanken heraus gehandelt etwas Gutes zu tun. Für eine bessere Welt. Etwas Gutes für die Menschheit ist auch gut für den Einzelnen. Mutter Theresa fühlte sich selber gut, indem sie Gutes tat. Aber das alleine macht sie schon zur Egoistin.
Anmerkung: ich möchte die Leistung der verehrten Frau Agnes Gonxha Bojaxhiu (bürgerlicher Name) keinesfalls schmälern. Im Gegenteil, ich ziehe meinen Hut vor ihr. Ich habe sie lediglich wegen ihres Bekanntheitsgrades als Beispiel gewählt.

Zusammenfassend also: wir setzen also ausschließlich Handlungen, von denen wir zum Zeitpunkt der Entscheidung glauben, dass sie gut sind. Und das ist purer Egoismus.

 
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Dani schrieb am 10.10.2009 16:48:23
das hast du echt gut formuliert und ich geb dir recht. auch wenn es uns nicht bewusst ist, alles was wir tun ist eine egoistische handlung. und wenn es uns selbst gut geht, kann es uns doch egal sein, wie es sich auf andere auswirkt. lg, dani
pix schrieb am 07.06.2009 11:32:10
schöne feststellungen. bin durch zufall auf die seite gestossen und muss sagen dass sich da jemand ziemlich gedanken macht. aber ist gut, dann denkt wenigstens einer. du hast recht, nix ( kein gedanke oder tat)ist uneigennützig womit wir alle egos wären ( wie war dass mit den modernen tieren gleich nochmal, selbstschutz und so??) :-) gruss, PIX
 
 

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Letzte Änderung dieser Seite: Österreich 12.04.2009 23:07:48 / GMT 12.04.2009 21:07:48

 
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It is against the grain of modern education to teach children to
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